Deswegen wird immer wieder darüber diskutiert, wie man die Zahl nach oben bekommen könnte. Eine Idee in Deutschland: Zur sogenannten Widerspruchslösung wechseln. Die funktioniert so: Jeder ist nach dem Tod automatisch ein möglicher Spender - es sei denn, er oder sie sagt zu Lebzeiten ausdrücklich nein. Ob diese Regelung Vorteile bringt, wurde für eine Studie im Fachmagazin Public Health untersucht.
Investitionen ins Gesundheitssystem entscheidender
Sie zeigt, dass die Widerspruchslösung nicht zu mehr Spenden von Verstorbenen führt. Analysiert wurden fünf Länder, die auf die Regelung umgestellt hatten. Und da gab es keine Veränderung der Rate nach der Umstellung. Eine Studienautorin sagt, dass ein bloßer Systemwechsel nichts bringt - ohne begleitende Maßnahmen, wie Investitionen ins Gesundheitssystem. Laut Studie spielen auch die Angehörigen eine entscheidende Rolle bei Entscheidungen über Organspenden. Familien würden oft eingeschaltet und könnten dann die mutmaßliche Zustimmung außer Kraft setzen.