Das Erdbeben in Myanmar am 28. März 2025 war das stärkste seit Jahrzehnten in der Region. Über einen Zeitraum von rund 120 Jahren hat sich dort Energie aufgestaut. Nachbeben sind noch Monate später möglich.
Das Erdbeben in Südostasien und seine Nachbeben haben die Region schwer getroffen. Das Epizentrum lag im Zentrum von Myanmar, in der Nähe der Stadt Mandalay. Minutenlang bebte dort die Erde. In den Tagen danach kam es zu Nachbeben.
"Das große Erdbeben in der Türkei im Februar 2023 war ähnlich stark wie das jetzt in Myanmar."
Die Zahl der Todesopfer steigt weiter. Alleine in Myanmar wurden mittlerweile mehr als 2.700 Tote gefunden. Das teilten die Militärmachthaber des Bürgerkriegslandes mit. Das Erdbeben mit einer Stärke von 7,7 und dem zwölf Minuten später folgenden Nachbeben der Stärke 6,5 waren seit Jahrzehnten die stärksten, die das Land erschüttert haben.
Erdbebengefahr ist hoch
Das Epizentrum lag auf der sogenannten Sagaing-Verwerfung. Dort treffen die eurasische und die indisch-australische Kontinentalplatte aufeinander. Sie schieben sich mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 1,8 Zentimetern pro Jahr aneinander vorbei, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Rams. Durch diese Bewegungen bauen sich über Jahre oder Jahrzehnte Spannungen auf, bis sie sich plötzlich in einem Erdbeben entladen.
In der Region in Südostasien, die aktuell von den Erdbeben betroffen ist, hat sich über einen Zeitraum von etwa 120 Jahren Energie aufgestaut, sagt Oliver Heidbach vom Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ).
Auch 1.000 Kilometer entfernt spürbar
Wie heftig die Erdbeben waren, zeigt sich auch darin, dass sie unter anderem in China, Vietnam, Bangladesch, Indien und Thailand spürbar waren. In Bangkok stürzte etwa ein großer Hochhaus-Rohbau ein, mehrere Gebäude mussten evakuiert werden. Nach bisherigen Angaben gibt es mindestens 18 Todesopfer in der Hauptstadt Thailands, sie liegt etwa 1.000 Kilometer entfernt vom Ursprung des Bebens in Myanmar.
Auch die Tiefe eines Bebens gibt Hinweise auf seine Zerstörungskraft. Der Herd des Bebens lag laut GFZ in einer Tiefe von etwa 24 Kilometern. "Aber der Bruch dieses Bebens ist weit über 300 Kilometern lang. Das heißt: Das Beben ist viel weiter südlich auch an die Oberfläche gekommen, sodass wir auch an der Oberfläche einen großen Versatz von mehreren Metern sehen, die durch das Beben verursacht worden sind", erklärt Oliver Heidbach.
"Hier wird es mit Sicherheit Wochen bis Monate dauern, bis das System wieder zur Ruhe gekommen ist."
In den vergangenen vier Tagen ist es auch zu relativ starken Nachbeben gekommen, die in der Region spürbar waren. Diese können auch in den kommenden Wochen noch andauern. Die Nachbeben werden aber wahrscheinlich in ihrer Stärke und auch Anzahl abnehmen, so der Experte.
Für die Menschen in der Region ist die Gefahr zusätzlich erhöht, weil viele in Häusern und Gebäuden leben, die nicht dafür ausgelegt sind, solche Erdbeben auszuhalten.