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Für Europa wird es ungemütlicher: China, Russland, USA, der globale Süden – es bilden sich neue Allianzen, Kräfteverhältnisse ändern sich. Wie isoliert ist die EU? Dieser Frage geht die Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin in ihrem Vortrag nach.

Die zweite Amtszeit Donald Trumps als US-Präsident startete mit vielen Veränderungen in den USA. Und auch für den Rest der Welt wird seine Legislatur Folgen haben. Was erwartet Europa nun?

Die internationale Weltordnung sortiert sich neu

Das ist eine der Fragen, die die Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin in ihrem Vortrag untersucht. Wobei Trump nicht die einzige Herausforderung für die EU darstellt. Schon lange vor seiner – erneuten – Amtseinführung war ein Wandel spürbar, so ihre These: "Das internationale System ist schon viel länger von radikalen Veränderungen gezeichnet."

"Viele Länder argumentieren, dass die internationale Weltordnung ungleich ist, diskriminierend und nicht repräsentativ."
Jana Puglierin, Politikwissenschaftlerin

Viele Länder im sogenannten globalen Süden – und wohlgemerkt nicht allein diese – empfinden die bestehende internationale Ordnung als ungerecht. Russland und China nutzen diese Vorbehalte klug für sich, beobachtet die Politikwissenschaftlerin.

"Renaissance der Großmachtpolitik"

Im Ergebnis stärkten antiwestliche Tendenzen die globale Position Moskaus und Pekings – politisch und wirtschaftlich, wenn das überhaupt zu trennen ist.

"Akteure wie Russland und insbesondere China werden für viele nicht-westliche Länder immer attraktiver."
Jana Puglierin, Politikwissenschaftlerin

Jana Puglierin zufolge beobachten wir eine "Renaissance der Großmachtpolitik", Europa wird demnach immer isolierter. Zeit, sich nach neuen Partnerschaften umzusehen – und das auf Augenhöhe, so eine ihrer Empfehlungen in ihrem Vortrag.

"Ich glaube, dass wir insbesondere im Bereich Partnerschaften neue Ansätze pflegen müssen."
Jana Puglierin, Politikwissenschaftlerin
Dr. Jana Puglierin, Leiterin des Berliner Bueros des European Council on Foreign Relations (ECFR) bei einem Gespräch der Deutschen Atlantischen Gesellschaft am 13.02.2025 in München
© picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann
Jana Puglierin bei einem Gespräch der Deutschen Atlantischen Gesellschaft am 13.02.2025 in München

Jana Puglierin ist Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Berliner Büros des European Council on Foreign Relations (ECFR), einer pan-europäischen Denkfabrik, die sich für stärkere und gemeinsame europäischen Außen- und Sicherheitspolitik einsetzt.

Ihren Vortrag "Wie isoliert ist Europa durch die Trump-Wahl? – Die EU und die neue Großmachtpolitik" hat sie am 14. Januar 2025 im Rahmen der Vortragsreihe "Wie wieder Frieden?" in der Evangelischen Akademie Frankfurt gehalten. Veranstaltet wurde sie von der der Polytechnischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.

Shownotes
Internationale Politik
Und jetzt? Europa in einer neuen Weltordnung
vom 27. Februar 2025
Vortragende: 
Jana Puglierin, Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Berliner Büros des European Council on Foreign Relations
Moderation: 
Katrin Ohlendorf
  • Einführung
  • Vortragsbeginn
  • Die Krise des internationalen Systems und der sogenannten liberalen internationalen Ordnung
  • USA, China und Russland - Die neue Großmachtpolitik
  • Die Verfasstheit Europas - Wie geht es weiter?
  • Vorschau auf die nächste Hörsaalfolge: "Verantwortung und Vertrauen - Wissenschaftsjournalismus muss besser werden"