Buchclubs sind beliebt. Es gibt sie online, in Cafés und auch in gemeinschaftlicher Stille: die sogenannten Silent Book Clubs. In Lübeck ist der erste stille Buchclub gestartet.

Einmal im Monat gibt es in Lübeck einen Ort, an dem es still ist. Hier interessiert sich niemand für sein Handy, hier haben alle nur eines in der Hand: ihr Buch.

An jedem vierten Mittwoch findet in Lübeck der Silent Book Club statt. Das ist ein Buchclub ohne Zwischenquatschen. Es gibt keine Deadlines, wann welches Buch fertig gelesen sein muss und auch keine Erwartungshaltung, besonders intellektuell über ein Buch zu sprechen.

Stiller Buchclub bedeutet: Wer möchte, kann eine Stunde lang ein Buch seiner Wahl in Gemeinschaft lesen. Danach gibt es die Möglichkeit, seine Gedanken über das Buch, das man gerade gelesen hat, mit der Gruppe zu teilen. Wer sich nicht nach Austausch fühlt, kann zuhören.

Mit anderen in Stille teilen, was man gerne macht

Dieses Konzept kommt an. "Es stellt einfach kein Druck da – das finde ich das Coole daran. Man kann in Gesellschaft sein, wenn man möchte, aber es ist keine Pflicht", sagt Teilnehmerin Julia. Außerdem kann man so auf andere treffen, die gerne lesen und Empfehlungen bekommen für neue Bücher, findet Dilara. Sie war auch beim Buchclub-Treffen in Lübeck dabei.

"Es ist eine gute Art und Weise, einen Buchklub zu haben, ohne sich verpflichtet zu fühlen."
Julia, war beim Silent Book Club in Lübeck und kennt das Konzept auch aus anderen Städten

Buchklubs sind beliebt

In der Hansestadt war es das erste Mal, dass der Silent Book Club in der Stadtbibliothek zusammengekommen ist. Deutschlandweit gibt es mittlerweile elf solcher stillen Lesetreffs.

Das Konzept vom Silent Book Club kommt aus San Francisco. 2012 hat dort das erste Treffen weltweit stattgefunden. Die Idee vom stillen Lesen in Gemeinschaft haben dann Ehrenamtliche aus 50 Ländern in ihrem Ort umgesetzt. Weltweit gibt es gut 1.000 Ortsverbände vom Silent Book Club.

Shownotes
Silent Book Club
Gemeinsam in Stille lesen
vom 26. Juli 2024
Moderatorin: 
Anke van de Weyer
Autorin: 
Naïs Baier, Deutschlandfunk Nova