Hallo? Ist da wer? Wir Menschen haben bislang noch kein außerirdisches Leben gefunden. Aber vielleicht haben wir einfach nicht gut gesucht. Und vielleicht wäre die viel wichtigere Frage: Was unternehmen wir, damit die Aliens uns finden?
Das Weltall ist gigantisch groß. Und darum ist es nicht unwahrscheinlich, dass es irgendwo im All noch einen anderen Planeten gibt, auf dem sich Leben regt. Womöglich ist es einfach nur Pech, dass wir dieses Leben bislang nicht gesichtet haben. Oder aber, unsere Methoden sind nicht ausreichend, um Außerirdische zu entdecken.
Nur näher gelegene Planeten können wir erkunden
Zwar können wir die Planeten und Monde in unserem eigenen Sonnensystem – also in unserer Nachbarschaft – mit vertretbarem Aufwand und ein paar Jahren Geduld mithilfe von Roboter-Sonden untersuchen, erklärt Astrophysiker Michael Büker.
"Schwieriger wird es, wenn wir weiter weg suchen: Bei Planeten um ferne Sterne. Die sind etliche Lichtjahre von uns entfernt, und es ist uns unmöglich, Sonden dorthin zu schicken."
Für die Untersuchung ferner Planeten bliebe uns aber eigentlich nur, sie mit Teleskopen oder anderen Instrumenten zu beobachten. Daher haben Wissenschaftler des amerikanischen Instituts zur Suche nach außerirdischer Intelligenz (kurz: SETI) in einer Studie den Spieß umgedreht und fragen: Wie gut könnten eigentlich wir und unser Planet Erde von Außerirdischen aufgespürt werden?
Die Studie fragt: Angenommen, die Bewohner einer Zwillings-Erde hätten die gleiche Technologie wie wir: Wie weit dürften sie höchstens entfernt sein, um uns entdecken zu können? Dieser umgekehrte Denkansatz richtet das Augenmerk auf unser eigenes Tun, also darauf, was wir Menschen eigentlich unternehmen, um entdeckt zu werden.
Könnten uns die Bewohner einer fernen Zwillings-Erde entdecken?
Theoretisch, so Michael Büker, sind wir bis in sehr weite Entfernungen hinaus auffindbar. Und zwar über ein aktives planetares Radar: "Da wird mit einer riesigen Antenne ein sehr starkes Radio-Signal ins All gesendet, damit es von einem anderen Himmelskörper wieder abprallt", sagt der Astrophysiker. Und diese Radarsignale sind theoretisch auch noch in mehreren tausend Lichtjahren Entfernung messbar.
"Es wäre schon ein gewaltiger Zufall, wenn ein bewohnter Planet genau in der Richtung liegt, in die ein Radarsignal geschickt wurde."
Aber: In der Praxis ist das eher unwahrscheinlich. Denn: Die Strahlung des Radars beschreibt nur einen relativ engen Kegel von der Erde weg. Es wäre Zufall, wenn ein bewohnter Planet genau in dieser Richtung läge, meint Michael Büker. Und zudem benutzen wir diese Technik erst seit rund 60 Jahren: "Das heißt, kein solches Signal kann überhaupt mehr als 60 Lichtjahre weit von der Erde entfernt sein. Das ist nur ein winziger Bruchteil unserer eigenen Galaxie." Von fernen Planeten ist dieses Signal also noch unfassbar weit entfernt.
Welche Spuren wir Menschen im All hinterlassen
Die aktuelle Studie untersucht noch weitere Spuren, die wir im All hinterlassen. Viele davon haben mit Radiosignalen und Kommunikationstechnik zu tun, sagt Michael Büker. Manche davon seien sogar in mehreren Lichtjahren Entfernung noch auffindbar. Aber auch Stickoxide als Folge der vielen Verbrennungsprozesse von Autos, Kraftwerken, Schiffen oder Flugzeugen seien in einigen Lichtjahren entfernt noch messbar.
Selbst das Licht und die Wärmestrahlung der Städte ließe sich aus dem All entdecken, so der Astrophysiker, "allerdings nicht von fernen Sternen aus, sondern eher nur vom Rand unseres eigenen Sonnensystems".
"Wir als Menschheit stehen immer noch wie der Ochs vorm Berg, wenn es um die Frage geht, ob unsere Erde das einzige Leben im Universum beherbergt oder nicht."
Selbst wenn die aktuelle Forschungsarbeit nun also zeigt, dass wir Menschen wohl nur durch Zufall von außerirdischen Lebewesen entdeckt werden können, findet Michael Büker die Studie dennoch nützlich: "Um in dieser Frage weiter zu kommen, brauchen wir immer wieder neue Denkansätze und Perspektiven und kreative Interpretationen des vorhandenen Wissens" - genau das liefere die Studie.