Stephanie ist in einer Biergegend aufgewachsen - in Oberfranken. Bier und Alkohol sind trotzdem so gar nicht ihr Ding. Die Reaktionen darauf sind ziemlich interessant.
Alkohol gehört für die meisten dazu: Zum Freitagabend, zu jeder Familienfeier und zu jedem Wiedersehen mit alten Freunden. Manche aber bestellen auch dann bloß Mineralwasser oder heiße Schokolade - Stephanie Doetzer ist eine davon.
"Früher bekam ich immer zu hören: Ach komm, stell dich doch nicht so an! Einen kannst du doch mittrinken! Du verpasst doch den ganzen Spaß!"
Ein Bier getrunken hat sie aber noch nie. Was den Wein betrifft, da liegt ihr Rekord bei einem Glas. Heute ist das kein Problem mehr - dass sie nichts trinkt, wissen die meisten. Aber mit 16, da hat sie öfter so getan, als ob.
"Ich hab gelernt, wie man spielt, dass man angetrunken ist. Wie man total albern tut, obwohl man den ganzen Abend nur Leitungswasser getrunken hat. Ich dachte, das sei zu Integrationszwecken nötig."
Bleibt die Frage: Warum macht man sowas? Stephanie antwortet immer: "Es schmeckt mir nicht." Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Stephanie mag auch die Wirkung von Alkohol nicht. Sie mag nicht, was der Alkohol mit den Leuten macht.
"Ich kenne Leute, die dann redseliger werden. Aber ich kenne niemanden, der sich unter Alkoholeinfluss wirklich positiv verändert."
Mit der Bergkirchweih in ihrer Heimat hat sie inzwischen ihren Frieden gemacht. Auf Bierbänken stehen und mitsingen? Nein. Sie sagt: "Alle Bierfeste, alle Weindörfer, alle Clubs und alle Discos kommen gut ohne mich aus - und ich gut ohne sie."
Mehr dazu:
- Wie geht Feiern ohne Alkohol? | Beitrag auf jetzt.de
- "Der Spaßfaktor von Drogen kommt in der Forschung zu kurz" | Interview auf zeit.de
Wir erzählen Eure Geschichten
Habt ihr etwas erlebt, was unbedingt erzählt werden sollte? Dann schreibt uns! Storys für die Einhundert sollten eine spannende Protagonistin oder einen spannenden Protagonisten, Wendepunkte sowie ein unvorhergesehenes Ende haben. Im besten Fall lernen wir dadurch etwas über uns und die Welt, in der wir leben.
Wir freuen uns über eure Mails an einhundert@deutschlandfunknova.de